Hintergründe
In der Dauerausstellung vom Deutschen Hygiene-Museum Dresden, in der es um verschiedene Aspekte des Menschseins geht, hat gewerkdesign den letzten Raum mit einer Studioausstellung zum Thema Schönheit neu inszeniert. »Bin ich schön!« ist ein Beteiligungsprojekt von rund 100 Dresdner:innen, das im Lauf der nächsten Jahre iterativ erweitert wird. Exponate und Geschichten stammen aus Workshops und aus der Dauerausstellung. Die Besuchenden finden sich in dieser partizipativen und modularen Ausstellung an vielen Stellen wieder und tragen aktiv zu ihrer wandelbaren Gestaltung bei. Um der ökologischen Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen, haben wir so viel wie möglich mit Bestandsmaterial gearbeitet.
Szenografische Grundprinzipien
Als erstes szenografisches Grundprinzip haben wir aus dem Bestandsmobiliar einen rechteckigen Bodenraster abgeleitet, der sich, leicht gekippt, auch in Trapezen, Dreiecken und Parallelogrammen darstellen lässt. Diese unsichtbare Winkelstruktur ist maßgebend für die Konstruktion und Positionierung der Vitrinen und Sideboards. Kontrastierend zu dem linearen Raster ist eine amorphe Formgebung das zweite szenografische Grundprinzip. Das Amorphe ist eine direkte Bezugnahme auf das Individuelle im Menschen und die Vielfalt von Schönheit. Weiche, asymmetrische Rundungen bestimmen die speziell angefertigten Sofas in der Raummitte, die aus modularen Einzelteilen bestehen und variabel zusammengesetzt werden können. Hier kann man sich in freier Haltung sitzend oder liegend ausruhen, den ganzen Raum in Augenschein nehmen und an Medienstationen auditive und visuelle Inhalte abrufen. Auch die Raumgrafik nimmt die amorphen Rundungen auf. Insgesamt ergibt sich eine lebendige Szenografie, die zum einen auf einer systematischen Struktur aufgebaut ist und zum anderen das Raumbild dynamisiert.
Grafik und Medien
In der grafischen Gestaltung wird das Grundprinzip der amorphen Formgebung aufgegriffen. Wand- und Objekttexte sind in teils gerundeter Schrift auf Bubbles platziert, die wie fließende Farbe wirken. Auf den offenen Wandflächen zwischen den Vitrinen, Wandtexten und Wandobjekten lockern humorvolle Illustrationen das Raumbild auf, geben Hinweise auf die Objekte und Inhalte und verbinden sie miteinander. Das bereits in der alten Version vorhandene, raumbestimmende Hellrosa haben wir in unsere Farbpalette übernommen und durch neue, prägnante Farben ergänzt. Ein intensives Lila und ein kräftiges Orange geben dem rosafarbenen Raum zusammen mit dem Anthrazit der Wandgerüste, der Vitrinenumrandungen und des Fußbodens ein prägnantes Farbprofil und verstärken gleichzeitig die neue lebendige Frische im Raumbild. Mediale Elemente fügen dem Raum eine digitale Komponente hinzu. Beispielsweise können an einer interaktiven Medienstation digitale Beautyfilter mit einem Augmented-Reality-Eyetracker ausprobiert werden. An einer anderen kann man eigene Geschichten eingeben und Objekte für die Sammlung vorschlagen. An den Sofas sind Einhandhörer und tabletgroße Touchscreens angebracht, an denen Interviews und persönliche Geschichten zum Thema Schönheit abgerufen werden können.
Tätigkeiten/Leistungsprofil
Leistungsphasen 1 bis 7 HOAS2
Details
• Eröffnung: 24. Oktober 2025
• Ort: Deutsches Hygiene-Museum
FDresden
• Auftraggeber: Stiftung Deutsches
FHygiene-Museum Dresden
• Größe: 200 m²
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