Wegmarken
jüdischer Geschichte

Ein Projektraum für Hamburg

Aktuell zu sehen in Altonaer Museum, Hamburg

Im Altonaer Museum in Hamburg gestaltete gewerkdesign den Projektraum »Wegmarken jüdischer Geschichte«. In enger Zusammenarbeit mit den Kuratorinnen entwickelten wir ein Raumkonzept, das fortlaufend veränderbar ist. Die Ausstellung präsentiert in komprimierter Form 400 Jahre jüdischer Geschichte in Altona und Hamburg, die von Pluralität und Internationalität geprägt ist.

Eine räumliche Darstellung von Zeit
Das augenfälligste Merkmal unserer Ausstellungsgestaltung ist eine offene Wandbespannung, die den Raum auf allen vier Wänden umläuft. Sie besteht aus hunderten vertikalen Bändern in verschiedenen Farben einer ästhetisch stimmigen Palette und lässt assoziativ an einen Zeitstrahl denken. Die Bänder hängen dicht an dicht und in mehreren Ebenen voreinander, wodurch der kleine Raum optisch leicht an Tiefe gewinnt. Das räumliche Bild, das sich ergibt, repräsentiert die Vielschichtigkeit der Ereignisse. Die Ereignisse gruppieren sich um 14 ausgewählte Wegmarken der jüdischen Geschichte in Hamburg und sind auf eigens entwickelten, versetzbaren Plaketten zu lesen und auf Bildern zu betrachten. Um den Zeitfaktor noch stärker zu betonen, sind bei den Wegmarken an den orangefarbenen Bändern zusätzlich die Jahreszahlen angebracht, sowohl nach jüdischer als auch nach gregorianischer Zeitrechnung.

Inszenierung von Mobiliar und Hörstationen
Besuchende betreten den Ausstellungsraum durch eine Flursituation, die als Prolog inszeniert ist. Dort steht ein großer historischer Vitrinenschrank. Im Projektraum dann sind museale Glasvitrinen und andere Ausstellungsbauten in den Zeitstrahl integriert oder stehen frei im Raum. Die darin befindlichen Exponate sind stets in Bezug auf die Wegmarken positioniert und stehen im Dialog mit ihnen. Damit Besuchende sich niederlassen und den Raum als Ganzes mit allen Inhalten oder fokussiert auf einen Bereich betrachten können, haben wir Sitzbänke gestaltet. Ihre Sitzflächen sind aus den gleichen Bändern geflochten, aus denen der Zeitstrahl besteht. An Hörstationen werden die komplexen und oftmals schwierigen Provenienzgeschichten von vier Objekten erzählerisch inszeniert.

Gestaltungsprozess
Projektteam

Gewerkdesign

Jens Imig Jens Imig
Sophia Bouveret Sophia Bouveret
Susanne Benzing Susanne Benzing
Birgit Schlegel Birgit Schlegel
Adele Heymann

Ausstellungsbau

  • Uwe Sinkemat, Hamburg
  • Karsten Witte, Hamburg

Druckproduktion

  • KL Raudies GmbH, Stemmen

Medientechnik

  • Theo Wiechmann, Hamburg
  • Jörgen Pisarz, Perleberg

Audioproduktion

  • speak low, Berlin

Fotografie

  • gewerkdesign
  • SHMH, Altonaer Museum (Objektfoto)
Presse
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