Many Shades of Grès
Mode wird Kunst

Sonderausstellung über Haute Couture

Aktuell zu sehen in Kunstgewerbemuseum Berlin

Für das Kunstgewerbemuseum gestaltete gewerkdesign die Ausstellung »Many Shades of Grès – Mode wird Kunst«. Erstmals im deutschsprachigen Raum wird das faszinierende Schaffen der französischen Modedesignerin Madame Grès (1903–1993), eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Haute Couture des 20. Jahrhunderts, in einer umfassenden Ausstellung gewürdigt. Ihre Kreationen sind in der Ausstellung ergänzt durch bezugnehmende Modeentwürfe von Studierenden der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Ausstellungsarchitektur als gebautes Kleid
Ausgehend von Madame Grès’ Faszination für den Faltenwurf antiker Skulpturen entwickelten wir eine räumliche Choreografie, die Couture, Architektur und Bewegung miteinander verwebt. Es entstand eine Inszenierung, in der Raum und Wegeführung selbst zum Geflecht aus Linien, Faltungen und Blickachsen werden – eine begehbare Struktur, die das Motiv des Drapierens räumlich erfahrbar macht. In der Mitte des Raumes platzierten wir ein achteckiges Podest, in dessen Zentrum eine antike Statue der Göttin Isis steht. Um den Dialog zwischen Couture und Antike zu verdeutlichen, sind die Blickachsen so gesetzt, dass die Statue von jedem Ausstellungskapitel aus gemeinsam mit den jeweiligen Entwürfen von Madame Grès sichtbar ist. Die Couture-Modelle von Madame Grès sind auf dem zentralen Podest platziert, während die Entwürfe der Studierenden sich auf separaten Podesten entlang der Raumränder befinden. Die Wegeführung leitet die Besuchenden von der Mitte des Raumes, also von der antiken Inspiration, über die Arbeiten von Madame Grès bis hin zu den zeitgenössischen Bezügen der Studierenden. So ergibt sich eine symbolische Reise vom Ursprung zur Interpretation. Die Architektur lenkt den Bewegungsfluss und die Blickrichtung zugleich – sie wird zur räumlichen Übersetzung des Faltenwurfs, zum gebauten Kleid. 

Baumaterialien und Grafikdesign verstärken die Mode im Raum
Um nicht in Konkurrenz zu den Stofflichkeiten der Haute Couture zu treten, verzichten wir bewusst auf textile Materialien und setzen stattdessen auf raue, grobe Oberflächen. Diese Materialien bilden einen taktilen Kontrast zu den weichen, faltenwerfenden Kleidern und betonen deren Leichtigkeit und Eleganz. Farblich greifen wir die vorgegebenen Grautöne auf und variieren sie in unterschiedlichen Nuancen und Schattierungen mit subtilen farblichen Einflüssen. Ergänzend dazu setzen wir dezente Signalfarben ein, um Texte und inhaltliche Schwerpunkte präzise hervorzuheben. Das grafische Konzept wird durch die Farbpalette bestimmt, die sich an den Exponaten orientiert und dazu ästhetische Kontraste setzt. Die plisséeartige Grundform der Ausstellungsarchitektur aufnehmend gestalteten wir ein Druckobjekt als zickzackförmiges Leporello. So werden Thema und Ästhetik der Ausstellung – Haute Couture, stofflich und räumlich verkörpert in Plissée, Raffung und Drapierung – schon im Außen sichtbar.

Projektteam

Gewerkdesign

Jens Imig Jens Imig
Birgit Schlegel Birgit Schlegel
Anna Koppmann Anna Koppmann
Sophia Bouveret Sophia Bouveret
Gabriel Tecklenburg Gabriel Tecklenburg
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