Dass sich eine sinnlich ansprechende und harmonische Gestaltung positiv auf die Wahrnehmung auswirkt, ist wohl allen bewusst, die sich mit Design, Kunst, Architektur und Szenografie beschäftigen. Aber dass es mit der Neuroästhetik eine wissenschaftliche Forschung und praktisch anwendbare Erkenntnisse dazu gibt, wie räumliche Gestaltung die Gesundheit fördern kann, ist noch neu für viele. In »gewerk in the garden 7« richten wir mit dem Kurator und Philosophen Lukas Feireiss und der Kognitionswissenschaftlerin Dr. Corinna Kühnapfel den Blick auf die therapeutische Wirksamkeit von gestalteten Räumen und kreativen Umgebungen. Was sind Mindsets und Wege, mit denen Gestaltende nicht nur ästhetisch und informativ gelungene Räume inszenieren, sondern auch heilsame Wirkungen auf Körper und Geist erzeugen können? In einem Rahmen zwischen Theorie und Praxis ergründen wir dieses Thema gemeinsam im Garten unseres Ateliers.
Lukas Feireiss M.A. ist ein in Berlin lebender Kurator, Coach und Vermittler mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung im internationalen Kultur- und Bildungsbereich. In seiner Arbeit an den Schnittstellen von Kunst, Wissenschaft und ganzheitlichen Ansätzen beschäftigt er sich mit transdisziplinären Praktiken, die kritische Reflexion mit kreativem Experimentieren verbinden. Er hat zahlreiche bedeutende Ausstellungen kuratiert, vielbeachtete Publikationen herausgegeben und an Universitäten weltweit gelehrt. Als Gründungsmitglied der International Society for Arts and Medicine fördert er den Dialog zwischen künstlerischen und heilenden Praktiken. Darüber hinaus ist er ausgebildeter Reiki-Meister und begleitet mit seiner Coaching-Praxis CURA VISION Einzelpersonen und Organisationen in kreativen, beruflichen und persönlichen Transformationsprozessen.
Dr. Corinna Kühnapfel ist Postdoktorandin im ERC-geförderten Projekt „Affective Aesthetic Cognitivism and Wonder“ am Arts and Minds Lab der Technischen Universität Berlin. Ihre Forschung untersucht, wie und wann Kunst ästhetische, emotionale und transformative Erfahrungen hervorruft und welche Rolle dabei die Emotion des Staunens (engl. wonder) und das körperliche Erleben spielen. Zuvor forschte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin zu den Wirkungen von Kunst und ästhetischer Gestaltung im öffentlichen Raum auf Wahrnehmung, Wohlbefinden und soziale Verbundenheit. Sie promovierte an der Universität Wien im Bereich der empirischen Ästhetik und Neuroästhetik mit einem Fokus auf die Rolle des Körpers in der Kunsterfahrung. Darüber hinaus ist sie Mitgründerin von EDGE e.V., einer Initiative an der Schnittstelle von Kunst und Neurowissenschaft.